Chorgeschichte

Seit über 30 Jahren erklingt immer dienstags klassische Musik in der Mülheimer Adamsstraße in der Nähe des Wiener Platzes. Hier probt der Konzertchor Köln, der den Namen „Kammerchor Mülheim“ schon bald wegen der ständig wachsenden Mitgliederzahl nicht mehr tragen wollte.

Haydn - Schöpfung 2012


Der Chor stand viele Jahre unter der künstlerischen Leitung von Eric Ingwersen ,der mit großer fachlicher Kompetenz, hoher musikalischer Virtuosität und einer sehr persönlichen, freundlichen und humorvollen Haltung seine Sängerinnen und Sänger zu ermutigen, fördern und fordern verstand.


Das Hauptinteresse dieses Ensembles, das nicht als Projektchor, sondern als regelmäßig probende Chorgemeinschaft zusammentrifft, war von Anfang an die klassische geistliche Chormusik – die großen Oratorien und Requien von Bach, Brahms, Mozart, Dvorak, Fauré und anderen.


Zum weltlichen Repertoire des Chores gehörten Opernchöre von Verdi, Henzes Moralitäten, Liebeslieder von Brahms, Schumanns Szenen aus Goethes Faust und Orffs Carmina Burana.


In einem großen Projekt wurde im Sommer 2001 Widors Messe für zwei Chöre u.a. in der Pariser Kirche St. Sulpice, in der Widor als Organist wirkte, aufgeführt.


Ein Höhepunkt großer Chormusik, Benjamin Brittens War Requiem, wird aufgrund seines künstlerischen Anspruchs und des groß besetzten Orchesters selten aufgeführt: In Zusammenarbeit mit dem Bach Chor Bonn erklang das Werk 2002 in der Kölner Philharmonie und in der Bonner Beethovenhalle mit dem Konzertchor Köln.


Ebenso entwickelte sich eine künstlerische Zusammenarbeit mit dem Konzertchor Berlin – so wurden das Fauré-Requiem und das Brahms-Requiem in der Berliner und Kölner Philharmonie aufgeführt.


Weitere wichtige Konzerte waren die Aufführung der Carmina Burana von Orff, die Johannespassion von Bach (2007) und der Messias von Händel (2009).


Die Erkrankung und schließlich der Tod von Eric Ingwersen im Juni 2010 war für den Chor ein erschütterndes Ereignis. Viele Chormitglieder kannten Eric seit Jahren und fühlten sich sehr mit ihm verbunden. Sein Tod war nicht nur ein Verlust in musikalischer Hinsicht, sondern ebenso auch ein menschlicher. Schnell wurde deutlich, dass sein Tod auch einen Umgestaltungsprozess des Chores in Gang setzten würde.


Glücklicherweise erklärte sich Irina Benkowski kurzfristig bereit, die Vertretung der musikalischen Leitung bis zum Engagement einer neuen Chorleitung zu übernehmen. In einem sehr sorgfältigen Prozess wurde schließlich Jonas Manuel Pinto mehrheitlich zum neuen Chorleiter gewählt.


Die Neuorientierung gestaltete sich wider Erwarten ohne große Komplikationen. Inzwischen arbeitet der Chor seit November 2010 erfolgreich mit Jonas Manuel Pinto zusammen. Jede Chorleitung führt einen Chor anders, hat andere Qualitäten: Jonas Manuel Pinto hat vor allem durch seine tatkräftige, sorgfältige und unkonventionelle Art, den Chor zu leiten, frischen Wind in die Reihen von Sopran, Alt, Tenor und Bass gebracht. Wir hoffen mit ihm noch viele weitere schöne Konzerte zur Aufführung bringen zu dürfen.